Autor: Thom
Datum: 22.04.2005 12:12
Ich rate allen Diskussionsteilnehmern Seite 10 der DIE WELT vom 18.4. zu lesen.
Die Überschrift lautet:"Der afrikanische Patient" und die Einführung lautet wie folgt:
"Heute vor 25 Jahren wurde Simbabwe (früher: Südrhodesien) als letztes afrikani-sches Land unabhängig. Eine Generation nach Ende der Kolonialzeit versinken die Staaten Afrikas im Chaos: Despoten-Herrschaft,Hunger,Armut,Landflucht, Geno-zid,Gleichgültigkeit gegenüber Aids. Afrikas Not zwingt zu neuen Denkansätzen."
So schlecht wie zur Zeit ist es der überwiegenden Mehrzahl der Afrikaner noch nie gegangen. Und Simbabwe ist wohl das geeignetste Beispiel für Afrika, welche ver-
heerenden Folgen es hat, wenn die, ihre afrikanischen Helfer gut behandelt habenden europäischen Siedler, die die Basis des Wohlstandes bildeten, außer Landes gejagt wurden, und der Staat in die Hände korrupter Einheimischer fiel. Dafür gibt es über ein Dutzend andrer Beispiele. Namibia scheint auf dem gleichen Weg zu sein. Das Resultat wird dasselbe sein.
Das heute in Tansania existierende Eisenbahnnetz wurde zum größten Teil vor hundert Jahren von Deutschland in seiner knapp 3 Jahrzehnte dauernden Kolonial-zeit hergestellt und finanziert. Unter den Engländern kam noch ein weig dazu. Und in den über 4 Jahrzehnten Unabhängigkeit? Das Eisenbahnnetz in Namibia ist noch das Gleiche wie 1914.Und was, nicht nur in diesen beiden afrikanischen Ländern, an Wohlstand vorhanden ist, liegt auf schweizer Banken. Wie auch die Milliarden Öl-Dollars Nigerias. Oder der größte Teil der Milliarden Dollar Entwicklungshilfe.
Wo hat es in den letzten 50 Jahren solch entsetzliche Kämpfe und Morde gegeben wie vor 10 Jahren in Ruanda und heute noch immer in Zaire und vielen anderen afrikanischen Staaten?
Hört endlich mit Eurem Sentimental-Gedusel auf und stellt Euch der Wirklichkeit.
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