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 Re: Fakten, nicht Meinungen
Autor: Volkhard Thom 
Datum:   10.11.2004 10:14

Volkhard Thom, Parkallee 36, 20144 Hamburg, Tel.: 040 452801 e-Mail: TVolkhar@aol.com

Betr.: Deutschen Kolonialgeschichte und Hermann v. Wissmann. Kommentare

Wie angeregt, hier meine Kommentare zu der Kolonialgeschichte, bezogen auf Ost-Afrika SWA, und Hermann v. Wissmann. Ich bin iteressiert daran, daß mein Beitrag in die Rubrik

Kolonialgeschichte.

Nachdem 1871 das Deutsche Reich gegründet wurde stand Deutschland international wieder auf Augenhöhe anderen Mächten gegenüber, z.B. den Kolonialmächten Großbritannien und Frankreich.

Im Zuge des Wirtschaftsaufschwunges und dem Wachstum des internationalen Handelns stieg auch der Import von sogenannten Kolonialwaren, wie z.B. Kaffee, Kakao, Kardamom, Kautschuk und Kopra. Diese wurden vom Handel zum großen Teil aus englischen Kolonieen importiert. Um unabhängig zu sein entschloß man sich, direkt mit z.B. den unabhängigen Südseehäuptlingen Handels- und Freundschaftsverträge zu schließen, den ersten in Ozeanien 1879 mit Samoa (Deutsche Handels- und Plantagengesellschaft, Hamburg).

1884 entschloß sich die Reichsregierung, Kolonialunternehmungen unter ihren Schutz zu nehmen um sie gegen fremde, meist britische Anfechtungen zu verteidigen. Genau genommen begann die Kolonialgeschichte am 24. April 1884, als ein Telegramm Bismarcks amtlich die Schutzerklärung für die vom bremer Kaufmann Lüderitz in Südwestafrika vollzogenen Erwerbungen verkündete. Die Kolonialgeschichte beruhte auf rein wirtschftlichen Maßnahmen, initiiert von Kaufleuten, nicht von Politkern aus machtpolitischen oder militärischen Gründen.

Während mit den Ozeanischen Inseln nur wirtschaftliche Kontakte bestanden, ergab es sich bei den afrikanischen Ländern, daß speziell aus landwirtschaftlichen Kreisen auch ein Interesse am Landerwerb und Ansiedelungen bestand, analog den existierenden britischen, französischen, portugisischen und belgischen Kolonien.

In Ostafrika schloß 1884 die Deutsche Gesellschaft für Kolonisation mit mehreren Häuptlingen Verträge über die Erwerbung von 4 Landschaften ab, für die sie 1885 einen kaiserlichen Schutzbrief erhielt. Der arabische Herrscher von Sansibar, Sultan Seyyid Bargasch, wollte diesen Schutzbrief nicht anerkennen, obwohl er keine Oberhoheit über die Häuptlinge auf dem Festland hatte, und begann Feindseligkeiten gegen die 17 deutschen Stützpunkte. Ein deutsches Geschwader zwang ihn zur Anerkennung des Schutzbriefes. Die Araber, und mit ihnen viele am Sklavenhandel mitbeteiligte Häuptlinge, fürchteten zu Recht, daß durch die Deutschen der lukrative (angeblich bis heute bestehende) Sklavenhandel beendet werden sollte. Das war auch eines der Hauptziele der Deutsch-Afrikanische Gesellschaft (D.=O.G.) und wurde durchgesetzt. Mit dem Sultan wurde vereinbart, daß die D.=O.G. die Verwaltung des Küstengebietes übernehmen sollte. Als am 15.8.88 der Vertrag in Kraft treten sollte, brach ein Aufstand der Araber unter der Führung des Arabers Buschiri und der von ihnen abhängigen Eingeborenen-Häuptlinge aus, und von den 17 Stationen gingen 15 verloren. Nur durch das Eingreifen deutscher und englischer Kriegsschiffe konnten Dar es Salam und Bagamoja gehalten werden. Die D.=O.G. bat die Reichsregierung um Hilfe, die den Hermann Wissmann als Reichskommisar beauftragten, den Aufstand zu beendigen, was dieser auch innerhalb weniger Monate mit Hilfe einer hauptächlich aus Sudanesen bestehenden Truppe erreichte. Buschuri wurde 1889 hingerichtet, der zweite Rebellenführer Bana Heri unterwarf sich 1890. Am 1.1.1891 übernahm das Deutsche Reich die Hoheitsrechte.

Was die Diskussion über SWA Afrika betrifft, folgendes:

Die Völkermord-Theorie an den Hereros basiert auf Verlautbarungen des DDR-Historikers Drechsler aus den 60er Jahren, der vor der Veröffentlichung seiner Schriftern nie in Namibia war, sondern erst viel später. Dort traf er auf Frau Brigitte Lau, Leiterin des National-Archivs in Windhoek, mit der er lautstarke Auseinandersetzungen hatte. Ein Aufsatz von ihr, 1989 geschrieben, befaßt sich eingehend mit dem ganzen Unsinn, der über den Herero-Krieg geschrieben wurde sowie dem angeblichen Genozid und sollte von allen, die da meinen, sie wüßten die Wahrheit, gelesen werden. Leider verunglückte sie 1996, aber Frau Dr. Maria Fisch, Rergierungsethnologin i.R. für die Kavango- und Caprivi-Region, hat die Untersuchungen von Frau Lau fortgesetzt. Sie schließt ihre Arbeit wie folgt: Es gibt keinen gerechten Krieg, und keiner Seite ist damit gedient, wenn die Heilung der zurückgebliebenen Wunden durch tendenziöse Geschichtsverdrehungen und idologische Parolen verhindert wird. Und daß die Schlacht am Waterberg eine Niederlage für General von Trotha war, hat der Oberstleutnant a.D. Klaus Lorenz in seiner von der Philosophischen Fakultät der Uni. Hamburg angenommenen Magisterarbeit nachgewiesen. Sein Resumee: Waterberg und Omaheke sind - wie hier nachgewiesen wird - nicht als 'erster massenhafter Genozid in der deutschen Geschichte' zu werten. Es handelte sich keinesfalls um gezielten Völkermord, wie dies vorsätzlich und ideologisch verbrämt noch bis in die jüngste Zeit fälschlich dargestellt wird. Soviel ins Stammbuch der Möchtegerne-Historiker, die den in der ganzen Welt, außer in Deutschland, hochangesehenen Historiker Leopold von Ranke " man kann die Geschichte nur aus der Zeit heraus erklären,. in der sie stattgefunden hat", für unzeitgemäß erklären und der tendenzösen "Frankfurter Schule" hinterherlaufen.

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