Autor: Uwe Niederdraeing
Datum: 27.10.2004 18:28
*Seufz*°
Rainer Rohrmann schrieb:
> Bezeichnen Sie den Schriftsteller und Dichter Bertold Brecht
> als "Rattenfänger"? (...)
> Sie sollten Kritiker von Krieg und Kolonisierung nicht als Rattenfänger
> bezeichnen das demaskiert Ihre eigene Gesinnung.
Ich habe geschrieben:
> Leider sind die Leute, die auf kommunistische Rattenfaenger reingefallen sind,
> auch heute, nach weit ueber einem Jahrzehnt des Bankrotts dieser
> Weltanschauung immer nich nicht von ihren Luegen und Begriffen, Theoremen > und Forderungen komplett abgerueckt.
Ich denke nicht, dass ich einen expliziten Namen genannt habe.
Gegnerschaft zu Krieg und Kolonialismus (ich wuerde diesen Begriff eher hernehmen als Kolonisierung, denke aber, dass sie ersteres gemeint haben), kann ich aber beileibe nicht z.B. Stalin, Lenin oder Marx unterstellen.
Brecht selbst hat ja (bzw. seine Werke sind im Ton nach) als Nihilist angefangen, dann Kommunist, dann skeptischer Kommunist usw., laesst sich also keineswegs so lueckenlos in die Linien der kommunistischen Ideologen einreihen.
Ein kompliziertes Vermaechtnis, dessen literarischer Wert literarisch diskutiert werden sollte, dessen Ideologie ich aber groesstenteils ablehne, und das abgesehen von meiner persoenlichen Meinung natuerlich eher historisch und politisch diskutiert werden sollte. Eine vollkommene Abwertung von Literaten moechte ich nicht vornehmen, weil ich mich sonst genau auf den unseligen Pfad begeben wuerde, den ich kritisiere.
Zum literarischen Wert von Brechts Werken diskutiere ich gerne weiter!
Polemische beutraege sind nicht aufklaererisch sondern eher aufhetzend.
Im Uebrigen wird der Begriff "Rattenfaenger" auch heute noch durchaus verwendet, z.B. in der FAZ. Meine Gesinnung ist nicht "demaskier<bar>", weil ich sie gar nicht maskiere, sondern deutlich aeussere.
Ihr Opfer-Zitat hat hier nichts zu suchen, ueberzeugt mich nicht und ist in sich unlogisch. Wenn ganz Deutschland ein KZ gewesen waere, dann haette eine Minderheit an Wachen eine Mehrheit von Gefangenen ueberwachen muessen, wobei das Gegenteil vom Autor behauptet wird.
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