Autor: Mario Mettbach
Datum: 19.10.2004 22:41
Ich bin heute auf dieses Forum aufmerksam geworden, weil ich mich an anderer Stelle mit dem Tanzania-Park beschäftigt habe.
Es stößt bei mir auf absolutes Unverständnis, dieses Denkmal nach so vielen jahren wieder in den öffentlichen Raum zu bringen. Und damit kein Mißverständnis aufkommt: Ich bin kein grundsätzlicher Gegner von Denkmälern, auch keine, die uns an gefallene Soldaten erinnern sollen. Denn wir dürfen unsere Vergangenheit nicht verleugnen, wir müssen aus den Fehlern lernen.
Aber dem aufmerksamen Beobachter wird sicher nicht entgehen, das der deutsche Soldat ganz oben auf dem Sockel steht, während der adrikanische Soldat (Askari!?) auf dem Boden steht und zu dem deutschen Soldaten aufschaut, mit einer gesenkten Fahne auf dem Löwen. Was schließt man daraus?
1. Der afrikanische Soldat nicht gleichberechtigt, er ist im Ranbg weit unter dem
Deutschen. Weckt das nicht Erinnerungen, für die man sich schämen muss?
2. Die gesenkte Flagge am Fuße des Sockels ist das Zeichen der Niederlage. Denn
jedes aufrechte und freie Volk legt sein Landessymbol nicht freiwillig in den
Dreck...schon gar nicht ein Soldat.
Dieses Denkmal zeigt ausschließlich Demütigung der deutschen Kolonien in Afrika und Verherrlichung der "Herrschenden". Ich glaube daher nicht, das dieses Denkmal geeignet ist, wieder in der Öffentlichkeit zur Schau gestellt zu werden. Und es hat auch mit Kunst nichts zu tun. Es unterscheidet sich auch in o.a. Punkten wesentlich vom Askari-Relief im Tanzania-Park in Hamburg Jenfeld.
Das Wissmann-Denkmal sollte irgendwo eingelagert oder auch vernichtet werden. Es taugt nicht zur Darstellung. Und es wird die Deutschen von heute in ein Licht rücken, welches wir nicht verdient haben.
gez. Mario Mettbach
Senator a.D.
Mit-Initiator des Tanzania-Parkes
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