Autor: Uwe Niederdräing
Datum: 02.11.2004 09:16
Ich danke für argumentative Posteingänge, Othello, finde das sehr gut, bin nicht Ihrer Meinung (Meine Meinung ist nicht die einzig wahre, noch ist sie überhaupt die wahre, sondern nur die Wahrheit ist die wahre)
Ihr Beitrag gefällt mir, er ist tatsächlich im Ton sachlicher, wie sie ja herausstellen. Allerdings haben Sie mich nicht widerlegt, sondern sind leider oft Fehlinterpretationen aufgesessen, für die ich natürlich die Mit-Verantwortung übernehme, weil ich mich anscheinend da und dort noch nicht eindeutig genug ausgedrückt habe. Ich würde sse noch bitten, mit ihrem Namen zu posten, weil ich eigentlich auch nicht mehr auf anonyme Threads antworten wollte.
Etwas mehr Unaufgeregtheit bei meinem Schlußwort hätte den Tonfall und die Sachlichkeit sicher insgesamt noch verbessert, aber ich neige ja selber manchmal zu emotionalen Statements und will mich nicht als der Richter Nr. 1 aufspielen.
„Auf was geben Sie die Hoffung nicht auf?“
Das überlasse ich Ihrer Phantasie
„Es gibt keine lediglich einzige, 'wahre' Interpretation. Die jüngere Generation der Historiker ist allgemein nicht Ihrer Ansicht, um das hier ganz deutlich zu sagen.“
Tja, ich bin eben kein Mitläufer. Vielleicht hätten Sie die beiden Sätze in die andere Reihenfolge bringen sollen, dann wäre der Erkenntnisgewinn größer gesesen ;)
Gut, und jetzt zur Detailkritik. Ich greife einige Punkte heraus, wenn es gewünscht wird, gehe ich auch noch auf andere ein.
„Ein generelles Ziel“ usw.
„Ein“: Als Artikel bezeichnet dieses Wort ein einzelnes oder ein beliebiges Substantiv. Bitte mich so zu verstehen. Ein – beliebiges – Ziel der Außenpolitik war uund muß die Kolonialisierung gewesen sein, weil sie betrieben, also von Menschen durchgeführt worden ist. Das es sich nicht um Bismarcks liebstes Kind handelte, ist korrekt und eine wichtige Anmerkung. Ich habe aber nie behauptet, daß die Kolonialpolitik das vordringliche Ziel desr Außenpolitik war.
„Generell“ – ebenfalls unbestimmt, im Sinne von „ein Themenbereich, eine Abteilung“ usw.
„... und lange davor schon die Engländer, die ebenfalls eigenes Interesse daran hatten, dass die afrikanische Bevölkerung nicht 'Besitz' der Sklavenhändler blieben, sondern "befreit" für die neuen Herren schuften durften.“
Mag sein, oder auch nicht, aber was hat das dann konkret mit Ostafrika zu tun? Wollen Sie den Analogieschluß?
„Waren es nun die arabischen Sklavenhändler oder die Nomaden, die die Feinde der unbescholtenen deutschen Kolonialisten waren? Wieviele Opfer dürfen es dann sein? Vielleicht "nur" 150.000?”
Ich schrieb „…Die allermeisten der SPAETEREN Konflikte…“ (Sperrung von mir)
„Mit Interesse las ich auch auf dieser Webseite, wie der Ethnologe Fabian einen anderen Konflikt nachweist, der sich in den fünfziger Jahren in einem Massaker entlud. Wissmann hatte sich mit dem Volk und dem Häuptling der Bene Diamba angefreundet. Als die Interessen der Kolonialverwaltung dieser Freundschaft entgegenstanden, hat Wissmann seine 'Freunde' sofort fallengelassen. Ein anderes Volk wurde auch in diesem Falle bevorzugt, und es kam 50 Jahre später zu einem postkolonialen Konflikt.“
Da darf man doch zumindest die Zwangsläufigkeit, mit der Sie hier eine Kausalkette suggerieren, in Frage stellen, oder? Oder isst der heutige Irak-Krieg das Ergebnis eines postkolonialen Konflikts?
„medizinische Versuche und Tötung, die immer straffrei ausging.“
Bitte werden Sie genauer! Welche Tötung? Es gibt auch heutzutage Tötungen, die straffrei ausgehen, z.B. Notwehr. Tötung ist ein sehr allgemeiner Begriff. Ist Mord gemeint? Krieg? Totschlag?
Auch bei „medizinischen Experimenten“ wüßte ich gerne, was sie darunter fassen?
> "1885 rief Bismarck das deutsche Protektorat aus. Heftige
> Widerstände der Kolonisierten im Landesinnern und an der Küste
> wurden unter der Leitung des Majors von Wißmann
> zurückgeschlagen."
„Und später - allerdings nach dem Tode Wissmanns - den Maji-Maji-Aufstand, der in großen Teilen des ostafrikanischen Landes aufbrach.“
Sie erkennen ja selber, daß das zwei Paar Stiefel sind.
Deshalb - Totaler Schwachsinn? – Ja, im Bezug auf das, was zuvor geschrieben wurde. Das sowohl der Bana heri-Ausfstand wie auch der MajMaj –Aufstand stattgefunden hat, habe ich ja nicht abgestritten.
Ich bitte immer, im Zusammenhang zu argumentieren und nicht eEinzelsätze scheinbar zu widerlegen, die aber in einen anderen Kontext gehören.
Jetzt darf ich wieder hoffen...
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