Autor: Thom
Datum: 27.04.2005 15:53
An Uwe
Ich will es einmal überspitzt ausdrücken: Mir scheint, eine Vielzahl der Diskutanten meint,
daß die Deutschen, oft als rassistisch bezeichnet, die als Farmer nach DOA oder DSW
gegangen sind, sich der Arbeitskraft der eingeborene Bevölkerung, die bisher friedlich
vor sich hinlebte, beinahe sklavenhaft bediente, um es zum eigenen Wohlstand zu bringen.
Es ist zweifelslos richtig, daß man, woher auch sonst, die Arbeitskraft der Eingeborenen benutzt hat, weil sonst eine Kultivierung nicht möglich gewesen wäre. Der größte Teil der deutschen Farmer, wo auch immer, hat aber selbst mit ganzer Kraft das seine getan, und nicht auf der faulen Haut gelegen. Und nicht anders hat es der größte Teil der anderen Kolonialsten aus Europa auch gemacht.
Friedlich vor sich hingelebt haben die Eingeborenen aber keineswegs, sondern sich nicht nur gegenseitig brutal bekriegt, wie die Zulus in Südafrika und die Namas im späteren DSW. Und was den angeblichen Völkermord an den Hereros betrifft, siehe meine Antwort an "Arne" vom 26.4. Die Häuptlinge waren oft, wie noch jetzt, brutale Diktatoren und verkauften ihre Untertanen an Sklavenhändler. Aber alles das wird von den Gutmenschen ignoriert.
Und nun sehen Sie sich einmal an, was aus den afrikanischen Ländern unter ihren eigenen Herrschern geworden ist. Nehmen wir einmal Südafrika, das unter den schwarzafrikanischen Ländern wohl noch am ehesten den Versuch einer echten Demokratie macht. Holländer und Engländer haben erst einmal in beinahe 100 Jahren einen Staat entwickelt, der mit den anderen entwickelten Staaten der Erde ansatzweise zu vergleichen wäre. Wie die Entwicklung sonst war, kann man an Simbabwe als Extremfall sehen, aber soviel anders sieht es in den anderen schwarzafrikanischen Ländern auch nicht aus. Die herrschende Klasse unterdrückt ihre Bevölkerung meist schlimmer, als es, von den Belgiern im Kongo einmal abgesehen, die Europäer jemals gemacht haben. Und wie würde Afrika wohl heute ohne die Kolonisierung durch die Europäer aussehen?
Und das meinte ich mit dem Sentimental-Gedusel. Deutschland hat vielleicht im Verhältnis zu anderen Kolonialländern während seiner kurzen Kolonialzeit in Afrika mehr investiert als diese.
Dann noch einige Bemerkungen zu anderen Kritiken. Deutschland hätte den Eingeborenen kein Deutsch beigebracht, weil es sie nicht, wie angeblich die Engländer, zu Bürgern des eigenen Landes machen wollte. Die bensgewohnheiten der afrikanischen Bevölkerung waren mit denen der Eurpäer nicht zu vergleichen, aber als europäische Bürger hätte man sie zu Verhaltungsarten zwingen müssen, die ihnen fremd waren. Ein Beispiel, das man auch Deutschland oft unberechtigter Weise vorgeworfen hat. Die Engländer haben Ihre Rechtsauffassung in Afrika eingeführt, z.B., daß bei tatsächlichen oder vermuteten Straftaten auch die Eingeborenen wie die Engländer zuerst in Haft genommen wurden. Und
verurteilt wurden sie zu Haftstrafen, eine Maßnahme, die in Afrika unbekannt war, und dem Lebensstil der Afrikaner absolut fremd. Aber! nach vieler Ansicht war nur das "rechtsstaatlich"-,tatsächlich jedoch nur für Europäer. Und was machten die Deutschen in DOA? Das, was z.B. heutzutage noch in Singapur gemacht wird: Der Delinquent bekam eine mehr oder weniger große Anzahl von Hieben, und wurde nach Hause geschickt. Und fühlte sich keineswegs in seiner Persönlichkeit verletzt, sonder wesentlich besser, als z.B. 14 Tage eingesperrt zu sein.
Und zu dem "Rassismus" der Deutschen, im Gegensatz zum Rest der Welt: Nehmen wir einmal England. Es war z.B. in Singapore üblich, daß z.B. ein Engländer, der mit einer chinesischen Begleiterin gesehen wurde, egal, ob ihr Vater Millionär oder sonst was war, ein Ticket für seine Rückreise nach England auf seinem Schreibtisch fand.
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