Autor: Thomas Morlang
Datum: 10.02.2005 10:09
Sehr geehrter Herr Backerra,
dass die (angebliche) Treue der Askari während des 1. Weltkriegs ein Beleg für die gute Behandlung der übrigen Einheimischen durch die Deutschen sein soll, sehe ich nicht so. Die Askari waren Söldner, die im Vergleich zur übrigen Bevölkerung und den benachbarten Kolonialarmeen anderer Kolonialmächte außerordentlich gut bezahlt wurden. Außerdem erhielten sie zahlreiche Privilegien wie Steuerbefreiung und kostenlose medizinische Betreuung. In gewisser Weise "erkauften" sich die deutschen Kolonialherren also die Loyalität ihrer afrikanischen Soldaten.
Das gelang aber nicht bei allen Askari. Zwischen 1914 und 1918 desertierten von rund 17.000 afrikanischen Söldnern nach deutschen Angaben immerhin 2847. Und das, obwohl die Deutschen bald dazu übergingen, wieder aufgegriffene Deserteure zum Tode zu verurteilen und hinzurichten. Außerdem verloren Deserteure jeglichen Anspruch auf ihre Sparguthaben, die zum Teil recht beträchtlich waren. Denn während des Krieges wurde den Askari aufgrund der knappen Geldbestände in der Kolonie ihr Sold nicht ausbezahlt, sondern nur gutgeschrieben.
Mit besten Grüßen
Thomas Morlang
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