Autor: Frank Schlinzig
Datum: 16.03.2005 09:43
Es ist insbesondere "unser" Problem, wie wir in Deutschland mit unserer Vergangenheit umgehen, uns ihr stellen. Dabei hat der Kolonialismus ja einen euoropäischen Umfang, wir sind damit nicht allein, haben aber einen Vorteil und konntendie Auflösung der ehem. deutschen Kolonien anderen überlassen.
Der Ausdruck "Denkmal" steht für sich und muß, auch wenn die Ansicht vom früherem Zeitgeist her etwas anderes vermitteln will, nicht der Glorifizierung dienen. Es ist die Anregung zum Nachdenken schlechthin und die Übertragung in heutige Sichtweise. Mit dem Stürzen und Beschädigen (Vandalismus), dem Verstecken entzieht man sich nur optisch der Auseinandersetzung mit der Historie.
Es gibt in Europa viele Denkmäler, die eben ihre Funktion als solche verrichten und aus "Ihrer Zeit" hinausgewachsen sind, somit in Frage gestellt werden könnten. Eine Funktion behalten sie aber dennoch: das Auseinandersetzen mit der Vergangenheit und die Fragestellung, was wir aus dem Wissen um den Hintergrund für uns persönlich und für die Gesellschaft heute erkennen können. Und das muß nicht immer angenehm sein. Nur: das Bespritzen mit Farbe ist Kinderkram, pupertäres Verhalten, und wird den Geschehnissen in den Kololien, so eben auch der erfolgten Unterdrückung der dortigen Bevölkerung durch "Fremde", in dieser Form nicht gerecht.
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