Autor: straßenumbenenner
Datum: 17.12.2004 13:16
Was habt Ihr für ein Problem?
Straßen werden ständig umbenannt, so jetzt auch aktuell in Hamburg.
Aus dem 'Lohseplatz' auf dem Gebiet der Hafencity soll 'China Garden' werden. Ob sich die Stadtväter dadurch mehr Einnahmen aus dem Geschäft mit China versprechen? Das Problem ist nur, dass der 'Lohseplatz' der Ort war, von wo aus Juden und Jüdinnen gen Osten in die Konzentrationslager deportiert wurden. Dort stand nämlich vormals der Hannöversche Bahnhof, der zu dieser Zeit eigentlich nur noch Frachtbahnhof war. Vom heutigen 'Platz der Jüdischen Deportierten' im Grindelviertel fuhren LKW-Transporte mit menschlicher Fracht zum Lohseplatz. Gegen Ende des Krieges mussten die Gruppen der Deportierten zu Fuß durch die Stadt gehen, weil keine LKWs mehr zur Verfügung standen.
Ich finde, dieser Platz hat eine Neugestaltung verdient, aber nicht zum geschmackslosen 'China Garden', sondern zur Erinnerung an diese erbärmliche Epoche der Stadtgeschichte.
Im Zuge der New Economy soll auch ein Platz in Ottensen zum 'Toulouse-Platz' umbenannt werden, wenn es nach dem Willen der Regierenden geht. Man feiert ja gerne den Airbus und die Enteignungen der Bauern im Alten Land. OttensenerInnen sehen das aber nicht so gerne. Ein guter Vorschlag ist 'Oelsner-Platz' nach dem Altonaer Reformarchitekten Gustav Oelsner.
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