Autor: Helmut Poeschel
Datum: 24.11.2004 17:34
Wissmann-Denkmal
Auf seinen beiden Afrika-Durchquerungen von West nach Ost 1880-1882 und
1885-1887, als erster Weißer, sah Herrmann von Wissmann ungeheures Leid,
verursacht durch arabische Sklavenhändler.
Als er die vielen niedergebrannten Dörfer und die erschlagenen Kinder und Greise
(die arbeitsfähigen Erwachsenen wurden als Sklaven abtransportiert und verkauft) sah, reifte in ihm der Entschluss, diesem Elend ein Ende zu bereiten.
1889 wurde er zum Reichskommissar von Deutsch-Ostafrika ernannt. In dieser Funktion war er Bismarck unterstellt und wurde beauftragt, farbige Sudanesen und
südafrikanische Zulus für die sogenannte Wissmann-Truppe anzuwerben.
In der Nähe von Bagamojo, im früheren Deutsch-Ostafrika, war die Boma des
arabischen Sklavenjägers Buschiri.
In schweren Kämpfen wurde die Boma erstürmt. Buschiri entkam, wurde aber später gefangen genommen und zum Tode verurteilt.
Seine Komplizen Tippu Tip und Bana Heri wurden ebenfalls besiegt und damit das Ende der Sklaverei vollzogen.
Herrmann von Wissmann gebührt deshalb die Ehre, diese Geißel der Menschheit
in Ostafrika beendet und abgeschafft zu haben.
Noch heute steht er deshalb bei den Eingeborenen in Ostafrika in großer Achtung, was eigentlich nur bedeuten kann, dass dem Denkmal ein gebührender Platz im Tansania-Park gehört.
Zum Schluss möchte ich mein Unverständnis darüber zum Ausdruck bringen, dass selbsternannte Vergangenheitsbewältiger in Zeiten größter politischer und wirtschaftlicher Probleme eine Person wie Wissmann zur Diskussion stellen.
Die Sache gipfelt in konstruierten Verbindungen zum Nationalsozialismus (siehe
Hamburger Abendblatt vom 01. 10. 04) und der Performance-Aktion mit HipHop.
Armes Deutschland - aber nicht verwunderlich in einer Zeit, da auch linke Gewaltchaoten ungestraft bei offiziellen Anlässen Schilder mit „Do it again, Harris“ und „Nieder mit Deutschland“ zeigen dürfen.
Helmut Poeschel
Filderstadt
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