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 Chancengleichheit - Bitte nicht!
Autor: Uwe Niederdraeing 
Datum:   15.12.2004 00:07

Anne Neumerkel schrieb:

>Wer heute für Chancengleichheit und gleiche Rechte kämpft unabhängig von >Kultur, Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht kann nicht in Zukunft falsch liegen. >Und wenn sein Ururenkel ihn dafür kritisieren wird, kann man den Ururenkel >vergessen!

Klar, da offenbart sich genau dievon Ranke befuerchtete anmasssung. WIR heute wissen alls besser, egal, was unsere Ururenkel fuer Gruende haben koennten, sie leigen schon von voneherein falsch. WIR haben keine ahnung von der Zukunft, koennen sie aber schon beurteilen. Ganz klar, dass man da auch die Vergangenheit verurteilen kann, wenn man keine Ahnung hat.

Chancengleichheit ist ueberhaupt kein Wert an sich. Alle grossen Philosophen haben das erkannt.
Einer der bedeutendsten Grundsaetze des Rechts ist, dass Gleiches gleich, UNGLEICHES aber UNGLEICH behandelt werden muss.
Gleichheit vor dem Gesetz bedeutet aber noch lange nicht eine vollkommene Gleichheit der Rechte, sondern hauptsaechlich derjenigen Rechte, sie ich auf einen Prozess beziehen und der Menschenrechte.
Abgesehen davon, dass dieser moralische Maximalismus in einem geradezu laecherlichen, erbaermlichen Widerspruch zur Realitaet steht: Wieviel Prozent der Menschheit geniessen denn die versprochenen Chancen?
Statt klug daherzureden, sollte man seine Ideale leben. Ich habe mir zum Glueck diesen Wahnsinn nicht zum Ideal gemacht.

Dem allen liegt doch sowieso die absichtlich gestiftete Verwirrung zwischen der Gleichheit VOR DEM GESETZ und der Gleichheit IN DER GESELLSCHAFT zugrunde. Soviel zum Thema "Gleiche Rechte". Die Gleuichheit vor dem Gesetz unterstuetzt(e) das Grundgesetz und die christlich-abendlaendische Philosophie. Letztere ist hingegen egalitaeres New-Age-Denken ohne moralisch-ethischen Rueckhalt und nur aufgrund einer babylonischen Begriffsverwirrung in die gesetze eingemogelt worden.

Wer ueberdies die Segnungen des "freien" Wettbewerbs und der Globalisierung einmal naeher betrachtet, der weiss, wozu das z.B. auf dem Arbeitsmarkt gefuehrt hat. Es gibt auch keine Gleichrangigkeit der Kulturen, jede Kultur hat den Dominanzanspruch in ihrer natuerlichen Umgebung. Wer das abstreitet, der darf den Kolonialismus nicht mehr kritisieren.

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 Beiträge Autor   Datum
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 Chancengleichheit - Bitte nicht!  
Uwe Niederdraeing 15.12.2004 00:07 
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