Autor: Hannah
Datum: 17.12.2004 11:42
it?s a man?s world and a white man?s burden
uwe niederdraeing schrieb:
>Chancengleichheit ist ueberhaupt kein Wert an sich.
Klar, wer männlich, weiß und heterosexuell ist, meint das Recht zu haben, die Welt zu regieren. Trifft diese Beschreibung auf Dich zu?
>Alle grossen Philosophen haben das erkannt.
Quatsch. Alles andere als richtig.
Kant und sein Kategorischer Imperativ = ethisches Verhalten a priori.
Die Aufklärungsphilosophen und die aufgeklärten Dichter und Denker.
Die Philosophen der Französischen Revolution.
Die PhilosophInnen zwischen den Weltkriegen.
Die ExistentialistInnen.
Und heute.
Aber wenn man nur Macchiavelli, d?Annunzio und Ranke liest, kommt man zu einer solchen Aussage und Weltbild.
Ranke war kein Philosoph, sondern ein verstaubter Historiker, der vielleicht in der reinen Systematisierung des historischen Wissens bahnbrechend war, aber weltanschaulich ein strammer, preußischer Kaiseranhänger.
Und Deine Demokratiekritik ist in Wahrheit eine Kapitalismuskritik. In rechten und linken Diktaturen gab es auch korrupte Bonzen, was genau aus der von Dir als richtig empfundenen Kaderförderung heraus entsteht.
Eine echte Demokratie hat keine Bonzen.
Sie bedeutet Chancengleichheit.
Sie bleibt eine Utopie, ein Nicht-Ort, wohin wir reisen wollen.
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