Autor: Arne Schöfert
Datum: 18.11.2004 09:21
Reiner Rohlfs schrieb:
> Arne Schöfert, es geht hier um eine Kontextfrage. Dass Sie
> gerne das Denkmal in der Sammlung Tamm sehen möchten, liegt auf
> der Hand.
Oha - wenn mich jemand so, mit vollem Namen anspricht, denke ich gleich, ich habe etwas ausgefressen ;-)
Hallo Herr Rohlfs,
auch wenn für Sie scheinbar meine Wünsche offen auf der Hand liegen, so möchte ich da doch noch etwas ausführlicher werden um Unklarheiten oder Mutmaßungen zu beseitigen.
Im Zuge der Diskussion hier werden ja diverse Vorschläge diskutiert. Der Wunsch des Traditionsverbandes ehem. Schutz- und Überseetruppen, das Denkmal im Tanzania-Park aufzustellen wird von den Gegnern Wissmanns abgelehnt. Man wünscht eine öffentliche Aufstellung im Rahmen eines Anti-Kolonial-Umfeldes (wie auch immer geartet). Eine kleine Gruppe will es vernichten oder wieder verstecken. Letzteres halte ich für den größten Fehler. Aber das ist meine Meinung.
Den Vorschlag es in oder bei dem zukünftigen Ausstellungsort der Tamm-Sammlung in der Speicherstadt aufzustellen finde ich einen guten Kompromis, weil er einerseits das Denkmal öffentlich zugänglich macht, es vor ideologischen Vandalismus schützt und zusätzlich den Befürchtungen, es könne zu einem "Wallfahrtsort" werden, den Boden entzieht. Es ist wohl kaum zu befürchten, daß in einem Museum öffentliche Huldigungen oder Gedenkveranstaltungen stattfinden. Ich kann mir das zumindest nicht vorstellen.
> Die Sammlung Tamm ist eine militärhistorische. Es gibt bis
> heute kein vernünftiges Konzept dafür. Was hat denn Hamburg zu
> tun mit der Militärgeschichte der Seefahrt? Von hier sind
> vorwiegend Kaufmänner nach Übersee gefahren, und wenn's denn
> Truppentransporte waren, dann waren's keine speziell Hamburger
> Truppen.
Diese Kritik an dem zukünftigen Museum kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt in vielen Orten Museen zu Themen, die nichts mit der Ortsgeschichte zu tun haben. Zum Beispiel ein Uhren-Museum in einem Ort, wo nie Uhren hergestellt worden, Spielzeugmuseen wo nie eine Spielzeugfabrik war oder Kunstmuseen in Orten, wo nur der Sammler gelebt hat, aber nie ein Künstler gewirkt hat.
Also das kann kein Hindernis für Hamburg sein die Schenkung anzunehmen und sich einen zusätzlichen Touristenmagneten in die Speicherstadt zu setzen.
> Es kommt doch sehr darauf an, in welchem Kontext das Denkmal
> später gezeigt wird.
> Wenn im Museum, dann in welchem?
> Im Völkerkundemuseum?
> Im Museum für Hamburgische Geschichte?
> In der Kunsthalle?
> Oder doch an einem öffentlichen Platz?
Vielleicht bin ich nicht gut genug über die Hamburger Museumslandschaft informiert, aber mir fällt kein geeigneter Platz ein, als das Marine-Institut von Tamm. Ein Kunstmuseum dürfte weniger passen, weil der kunsthistorische Wert des Denkmals doch erheblich niedriger als der Kulturhistorische anzusetzen ist, wenn ich das richtig einschätze.
Arne Schöfert
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